Read Bella Mia by Donatella Di Pietrantonio Online

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Als Bella mia besingt ein Volkslied die Stadt LAquila in den Abruzzen 2009 legt ein Erdbeben sie in Schutt und Asche, t tet Menschen, rei t Familien auseinander In einer der Behelfsunterk nfte, die bald die einzige Normalit t darstellen, versuchen drei Menschen, den Weg zur ck ins Leben zu finden die Erz hlerin Caterina, deren Zwillingsschwester Olivia umkam, als sie noch kurz in das einst rzende Haus zur cklief, Marco, Olivias heranwachsender Sohn, der nach dem Verlust niemanden mehr an sich heranl sst, und die alte Mutter, die sich um alle k mmern will und doch selbst am meisten Hilfe braucht Wie soll man einem schweigsamen, st rrischen Jugendlichen pl tzlich Ersatzmutter sein, wie den eigenen Gef hlen wieder trauen und die Sicherheit finden, sich auf Neues einzulassen Behutsam, ber kleine Gesten und auf ganz unterschiedlichen Wegen finden die drei allm hlich aneinander Halt und den Mut, der Willk r und Vernachl ssigung durch die Beh rden zu trotzen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen Ein eindringlicher Roman ber Verlust und versch ttete Gef hle, aber auch ber die Kraft, sich neu zu erfinden....

Title : Bella Mia
Author :
Rating :
ISBN : 9783956140914
ISBN13 : 978-3956140914
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Verlag Antje Kunstmann GmbH Auflage 1 17 Februar 2016
Number of Pages : 180 Pages
File Size : 999 KB
Status : Available For Download
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Bella Mia Reviews

  • Jakobina
    2018-11-20 12:31

    Ein ergreifendes Buch! Nicht nur wenn man sich für Aquila interessiert.Auf der einen Seite zeigt es die hilflosen Reaktionen und Maßnahmen der Politik.Auf der anderen Seite nimmt man Teil am Schicksal von Menschen, die ihre Stadt geliebt haben und sich immer noch nicht von ihr trennen mögen, weil sie die "bella mia" weiter lieben.Sehr poetisch werden Familienkonflikte und ein Aufbruch in eine neue Zukunft beschrieben. Die Sprache ist knapp und unsentimental und dabei sehr berührend.

  • Winfried Stanzick
    2018-11-27 11:20

    In ihrem Debütroman „Meine Mutter ist ein Fluss“ beschrieb die italienische Schriftstellerin Donatella Di Pietrantonio mit einer dichten Sprache voller Poesie die schwere Lebensgeschichte ihrer Mutter. Sich mit ihren Worten regelrecht frei schreibend, näherte sie sich der gemeinsamen Lebensgeschichte von Mutter und Tochter bis sie einen vorher nicht für möglich gehaltenen Punkt erreicht, an dem so etwas erfahrbar wird wie Versöhnung zwischen Tochter und Mutter. Eine Versöhnung, die es der Tochter auch in der Zukunft ermöglichen wird, selbst mehr als Mangel zurückzugeben.Auch ihr zweiter Roman „Bella mia“ führt den Leser wieder in die archaisch anmutende Welt der Abruzzen. Es ist die 2009 von einem Erdbeben in Schutt und Asche gelegte Stadt L’Aquila, die in einem Volkslied als „Bella mia“ besungen wird.Man würde vermuten, dass in diesem Buch auch darum geht, wie eine verfehlte und korrupte Politik bei diesem Erdbeben nicht nur zu einer hohen Zahl von Opfern geführt hat , sondern auch den nötigen Weideraufbau auf unabsehbare Zeit hin verzögert. Doch um diese Dramatik geht es nur am Rande.Die Hauptfigur dieses wieder mit viel psychologischem Gespür geschriebenen und von Maja Pflug gewohnt gekonnt übersetzten Romans, Caterina, hat bei dem Erdbeben 2009 ihre Zwillingsschwester Olivia verloren.Sie, die als Erzählerin ihre Geschichte erzählt, lebt nun zusammen mit ihrer Mutter und dem Sohn ihrer Schwester am Stadtrand. Sie hat sich ihre Keramikwerkstatt wieder aufgebaut und setzt sich, von Donatella Di Pietrantonio sensibel und warmherzig beschrieben, mit dem Leben ihrer Schwester auseinander und mit dem Verhältnis der beiden Zwillinge.Neben den tiefgehenden Inneneinsichten der Beziehung zweier Schwestern ragen die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen in diesem Roman hervor. „Bella mia“ ist ein Roman, der erzählt von Liebe und Schmerz, von der Kraft der eigenen Wurzeln und von dem Mut, den man braucht um nach einer Katastrophe wieder neu anzufangen und das Leben neu lieben zu lernen.

  • windi
    2018-12-11 09:36

    Bei einem Erdbeben in Italien verlor die Mutter ihre Tochter, die Tochter ihre Zwillingsschwester und der Sohn seine Mutter. Wie sie alle versuchen mit diesem Verlust zu leben, beschreibt die Autorin mit sehr viel Einfühlungsvermögen. Das Buch ist nie langweilig, aber auch nicht oberflächlich - für meinen Begriff gute Literatur, wie ich sie mir wünsche.

  • Jules Barrois
    2018-12-08 09:31

    Es gibt viele Wege, um den Schmerz zu zeigen. Wird der Schmerz aber je vergehen?Das Erdbeben vom 6. April 2009 in Aquila war für viele Überlebende der Beginn eines vorläufigen Lebens mit vielen leeren Versprechungen. „Als sie dir diese Luxusbaracke zugewiesen haben, haben sie genau darauf spekuliert, dass du dich daran gewöhnst und aufhörst zu fordern, dass die Stadt wieder aufgebaut wird.“ (Seite 158) Eines davon war das CASE-Projekt. Hier lebt Caterina mit ihrer Mutter und ihrem Neffen Marco, der Sohn ihrer Zwillingsschwester Olivia, die bei diesem Erdbeben getötet wurde.Es wäre zu einfach zu sagen, dass dies ein Roman über das Erdbeben in L'Aquila ist. Ja, es ist wahr, das Buch erzählt von Zerstörung und Zusammenbruch, von Schutt und Übergangswohnungen. Aber: „Das Erdbeben hätte es nicht gebraucht; schon vorher hatte jeder seinen eigenen Schmerz.“ (Seite 10)Auf der einen Seite lesen wir eine Geschichte über das Alltägliche, vor und nach dem Erdbeben. Andererseits begegnen wir hier der Innenansicht von Überlebenden. Eine direkte und intensive Erzählung über die Fragilität des menschlichen Daseins, deren Hauptbestandteile Schmerz und Scham sind. Und über allem scheint der „Der Schrei von Edward Munch“ und die Frage von Hiob: „Warum?“ zu schweben.Catherine und Olivia ... oder besser gesagt, die andere Olivia, Olivia und ihre Schwester, Olivia und die andere. Die Protagonisten dieses ergreifenden Romans sind Zwillinge. In der Tat ist der Protagonist „der andere“, der Zwilling, der nicht abheben wollte, der schwache, zerbrechliche, kleine Zwilling: Caterina. Zwillinge sind nie wirklich Zwillinge. Es sind nur Details die diesen Unterschied unüberwindlich machen. Olivia ist derjenige, die schon im Bauch der Mutter mehr Liebkosungen erhält. Sie wird mehr essen. Sie wächst mehr. Sie ist schön, intelligent, stark und entschlossen. Die andere nicht. Oder zumindest nicht so viel wie sie. Aber die andere ist die, die überlebt und berichtetDas sind die durchgängigen Themen: Trauer und Wut über das ausgestorbene kleine Glück, das die Icherzählerin im Staub und in den Rissen ihres ehemaligen Wohngebäudes sucht. „Das graue Geflecht der Risse auf den Häuserfassaden verblasst langsam zu unregelmäßigen Girlanden, in die Ritzen im Putz schleichen sich Wind und Wetter ein.“ (Seite 78). Die Sorge um den hilflosen und mutterlosen Sohn. „Untröstlich saß er da, unserer hilflosen Fürsorge ausgesetzt.“ (Seite 33) Die Strafe für ihre Mutter. Diese „fleht zu ihrem Gott und tröstet sich damit.“ (Seite 12) All das ist erst beschränkt auf den Rand ihrer Träume. Diese ändern sich langsam, gleiten bösartig in unbekanntes Terrain, wo aus der Leere ihrer Seele die Widersprüche von Zwillingen schamlos zu Tage treten und die Grenze zeigen, ab der das Selbst aufhört, ein Selbst zu sein. „Diese schwärzesten Abschnitte der Nacht gehörten immer ihr, sie fehlt mir gnadenlos ...“ (Seite 118)Es ist der verzweifelten Versuch, das Leben zu akzeptieren. Aber auch die Darstellung von Schmerz, wie einen erstickten Schrei der Liebe. Ein unterschwelliger Charme zieht sich durch dieses Buch, versteckt in den Rissen des Verputz und in den Zwischenräumen des Herzens.Der Schmerz des Verlustes und der menschlichen Ohnmacht schwebt in der kleinen Wohnung, infiziert alle, erobert die schlaflosen Nächte und stört die frühen Sonnenaufgänge. Donatella Di Pietrantonio hat einen Roman über Familie und Liebe geschrieben, über zerbröckelnde Fernbeziehungen, über die Notwendigkeit des Körpers eines Freundes, um ihre Leiden oder ihren Durst nach Umarmungen zu teilen. Ein Roman über die Zärtlichkeit, die Schuld, die untrennbare Verbindung von zwei Zwillingsschwestern. Sie erzählt die Reise von ihrer Konzentration auf ihre Trauer, die Wiedereröffnung in der Welt der anderen.Donatella Di Pietrantonio schreibt sehr dicht, manchmal komplex, manchmal sanft und effektiv über die Beziehung von Liebe und Hass, Schmerz in unauslöschlichen, schillernden Bilder. Und vor allem die dramatische Schönheit, der leeren, zerstörten Häuser und Plätze, die noch erzählen. Sie schreibt einfach, aber prägnant, witzig und sie trifft einen außerordentlichen emotionalen Ton. Mir kommt es vor, wie eine unaufhörliche Serie von Fotos oder kleinen ergreifenden und aufschlussreichen Gemälden. Das schmerzhafte Thema, das behandelt wird, wird durch eine beeindruckende und anspruchsvolle Prosa, die in den Winkeln der Tragödie köstliche Poesie versteckt, gemildert.Für alle, die sehr gut geschriebene, intensive Geschichten lieben, die dem Schmerz ausdrücken und eine ergreifende Beschreibung liefern, die aber nie banal werden und auch Hoffnung bieten. Ein Buch dass Sie in einem Zug durchlesen.