Read Iran – Israel – Deutschland: Antisemitismus, Außenhandel und Atomprogramm by Stephan Grigat Online

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Der heutige Iran, Israel und Deutschland sind auf eine merkw rdige Weise miteinander verbunden Eine entscheidende Rolle spielen dabei Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus Dieser Band, dessen Beitr ge auf einer Konferenz beruhen, die Anfang 2017 in Berlin stattgefunden hat, erhebt Einspruch gegen die g ngige Darstellung des iranischen Regimes und fragt nach den besonderen Beziehungen, die Deutschland als Rechtsnachfolger des Dritten Reiches zur antisemitischen Diktatur im Iran einerseits und zum j dischen Staat andererseits unterh lt Das Regime der Ajatollahs wird ebenso vor dem Hintergrund der Erfahrung des Nationalsozialismus analysiert wie die deutsche Iran Politik und die israelischen Reaktionen auf das iranische Atomprogramm....

Title : Iran – Israel – Deutschland: Antisemitismus, Außenhandel und Atomprogramm
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ISBN : 3955652203
ISBN13 : 978-3955652203
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Hentrich und Hentrich Verlag Berlin Auflage 1 1 August 2017
Number of Pages : 252 Seiten
File Size : 998 KB
Status : Available For Download
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Iran – Israel – Deutschland: Antisemitismus, Außenhandel und Atomprogramm Reviews

  • Roman Nies
    2019-04-26 01:22

    Das Buch zeigt auf, wie Deutschland iranische Machenschaften begünstigtEine umfassende Kritik an einer deutschen Außenpolitik, die, geleitet von wirtschaftlichen Interessen, ideologischen Vorbehalten und falschen Grundannahmen über das Wesen des iranischen Regimes, wesentlich zur Destabilisierung des Nahen Ostens beiträgt und Verrat sowohl an liberal eingestellten Muslimen als auch am Staat Israel übt. Nachfolgende Buchrezension nennt die Mäkel der deutschen Politik. Wo kommen diese Mäkel her? Von Ignoranz, Mangel an moralischem Bewusstsein, Unbelehrbarkeit, Fehlannahmen. Bemerkenswert auch: die Feststellung, dass es Berührungspunkte des islamistischen Antisemitismus mit dem Anti-Imperialismus der westlichen Linken gibt. Schlüsselsatz in Bezug auf den Iran: Er hat ein antisemitisches Feindbild und das Ziel der Vernichtung Israels ist in der Tat das integrierende Fundament der iranischen Gewaltherrschaft. Ist es moralisch integer mit so einem Staat Geschäfte zu machen? Definitiv Nein! Skandalös ist, dass ein Großteil der Gelder, die durch den Abbau der Wirtschaftssanktionen im Rahmen des Wiener Atomabkommens freigeworden sind, vom Iran für gegen Israel gerichtete militärische Maßnahmen aufgewendet worden. Insofern hätte Trump mit seiner Kündigung des Vertrags nicht unrecht.Trotz der offen anti-israelischen Haltung seiner Regierung bleibt Deutschland ein wichtiger Handelspartner des Iran. Dieser Sammelband analysiert Querverbindungen und die wechselvolle Geschichte der Beziehungen. Wie man weiß, gehört die Feindschaft zum Staat Israel und das Ziel seiner Vernichtung zu den erklärten Grundsätzen der seit 1979 so genannten Islamischen Republik Iran. Mit Deutschland ist paradoxerweise ausgerechnet ein Land, dessen Regierungschefin die Sicherheit Israels zur Staatsraison erklärte, einer der engsten wirtschaftlichen und politischen Partner des iranischen Regimes. Um die widersprüchlichen Verhältnisse in politischer, strategischer und moralischer Hinsicht, die sich aus dieser eigenartigen Konstellation ergeben, geht es hier.Es handelt sich um eine Zusammenfassung einer Tagung vom Januar 2017 des Potsdamer „Moses Mendelsohn Zentrum für europäische-jüdische Studien“ , wonach „aus einem interdisziplinären Blickwinkel" auf das Verhältnis dieser drei Staaten zueinander, das geprägt ist aus "Sympathie und Antipathie, Religion, Militarismus, kulturelle Differenz und wirtschaftliche Interessen... wie sonst nur selten auf dieser Welt“.Gegeben werden wertvolle Hintergrundinformationen, die man zur Einschätzung der aktuellen politischen Lage benötigt. Da wird einerseits die Verharmlosung des iranischen Regimes beklagt. Die politische Führung des Landes sei nicht nur in der Nebensache Holocaustverleugner und Judenhasser, sondern habe eine durch und durch antisemtische Weltsicht. Israels Vernichtung ist ein Hauptthema der Führung des Irans.Es wird dabei kritisiert, dass das Wiener Atomabkommen im Westen idealisiert und besonders in Deutschland die Defizite des Abkommens nicht angemessen gewürdigt würden.Dabei wird die moralische Frage gestellt: „Es ist mit der BRD ausgerechnet der Nachfolgestaat des Nationalsozialismus, der seit fast 40 Jahren zu den wichtigsten politischen Steigbügelhaltern und vor allem zu den wichtigsten westlichen Handelspartnern jenes Holocaustleugner-Regimes gehört, das dem Staat der Shoahüberlebenden und ihrer Nachkommen offen mit Vernichtung droht.“ Deutschland hatte mit dem Iran im gesamten 20. Jahrhundert gute Beziehungen, auch und gerade in der Nazizeit. Es besteht der Verdacht, dass Deutschland den Iran immer in Schutz nimmt. Es ist wie ein Treuebündnis. Auch in schlechten Zeiten steht man zueinander. In den Verhandlungen zum Wiener Atomabkommen hat Deutschland nachweislich immer wieder versucht, die Verhandlungspartner zugunsten des Iran einzustimmen. Als würde Deutschland etwas dabei verdienen? Es scheint, dass „sich Berlin ausgerechnet in der Frage des Umgangs mit einem antisemitischen Regime als Antipode der Westmächte entpuppt“. Thomas von der Osten-Sacken kommt sogar zu dem Schluss, dass Deutschland mit dafür verantwortlich sei, dass sich der vom Iran unterstützte syrische Diktator Baschar al-Assad, nur deshalb halten könne, was bedeuten würde, dass Deutschland mitverantwortlich ist für den Terror und den Krieg in Syrien.Es wird hier auch klar herausgearbeitet, dass die deutsche Politik auf einem schwerwiegenden Missverständnis beruht, das man als Appeasementpolitik bezeichnen könnte. Wenn man mit dem Iran kooperiert, entwickele er sich gemäßigt. Das sei längst empirisch wiederlegt. Es sind sich nämlich im Iran alle Parteien einig, was die Grundausrichtung des Regimes betrifft. Sie ist islamistisch, anti-westliche und natürlich anti-Israelisch. Man will den Iran groß machen und Israel klein. Bedauerlicherweise gibt es dabei einen Schulterschluss mit den europäischen Linken, was erklären könnte, warum diese einerseits Israel-feindlich und andererseits islamfreundlich sind. Zugleich begrüßen sie die Migration von Muslimen nach Europa und wollen offene Grenzen.Von Gerhard Scheit und Raz Zimmt wird gezeigt, dass ein antisemitisches Feindbild und das Ziel der Vernichtung Israels sogar als Fundament der iranischen Gewaltherrschaft bezeichnet werden kann. Wer ein Unrechtstaat werden will, soll mit Antisemitismus anfangen, dann erreicht er das zielsicher. Geradezu skandalös ist die Vorstellung, dass ein Großteil der Gelder, die durch den Abbau der Wirtschaftssanktionen im Rahmen des Wiener Atomabkommens freigeworden sind, vom Iran für gegen Israel gerichtete militärische Maßnahmen aufgewendet worden sind. Aber eigentlich besteht daran kein Zweifel!Ebensowenig daran, dass die deutsche Außenpolitik, eher von wirtschaftlichen Interessen geleitet wird als von moralischen Bedenken. Es stellt sich die Frage, ob man auch bereit wäre Israel zu opfern, Hauptsache der Euro fließt. Der Iran trägt wesentlich zur Destabilisierung des Nahen Ostens bei und sollte deshalb nicht stark gemacht werden. Abgesehen davon ist es Heuchelei dann noch von einer Freundschaft mit Israel zu reden, wenn man den größten Feind Israels hofiert und unterstützt.Man kann das zurecht auch Verrat nennen.