Read Jugend zwischen den Kriegen: Aufzeichnungen über die Jahre 1921-1941 von Hieronymus Hirschle by Angelika Schneider Online

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Das Buch schildert den l ndlichen Alltag in der N he von Rosenberg Ostalb in den zwanziger und drei iger Jahren aus der Sicht des j ngsten Sohnes einer Bauernfamilie Durch seinen Vornamen Hieronymus zum Pfarrer pr destiniert, kommt er als einziger der Familie in den Genuss einer h heren Schulbildung, die ihn schlie lich vor die Entscheidung stellt, wen er mehr liebt die Heimat oder das Vaterland Er beschreibt den allm hlichen Einfluss des Nationalsozialismus, dessen Auswirkungen auf das Leben und die Menschen in seiner Heimat, sowie vor allem auf ihn selbst und seinen weiteren Lebensweg....

Title : Jugend zwischen den Kriegen: Aufzeichnungen über die Jahre 1921-1941 von Hieronymus Hirschle
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ISBN : 3882944242
ISBN13 : 978-3882944242
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : S ddeutsche V G Auflage 1., 18 April 2011
Number of Pages : 352 Seiten
File Size : 776 KB
Status : Available For Download
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Jugend zwischen den Kriegen: Aufzeichnungen über die Jahre 1921-1941 von Hieronymus Hirschle Reviews

  • chairman 54
    2018-12-09 09:34

    Über die Großen der Geschichte, was sie dachten, wie sie handelten, wird viel geschrieben. Die so genannten kleinen Leute" hingegen fristen bei den Historikern meist ein Schattenda-sein. Umso mehr Gewicht erhalten dadurch Bücher wie Hieronymus Hirschles Jugend zwi-schen den Kriegen". Das autobiographische Werk greift tief ein in den ländlichen Alltag der 1920er und 1930er Jahre. Man erhält Einblicke in eine bäuerliche Familiengeschichte - wäh-rend einer Zeit des radikalen politischen Umbruchs in Deutschland.Hieronymus hätte eigentlich Pfarrer werden sollen, so jedenfalls deutet er selbst seinen außer-gewöhnlichen Vornamen. Die Vorsehung nahm dann doch eine andere Wendung. Außerge-wöhnlich bei seiner Herkunft, führt sie ihn auf den Weg einer höheren Schulbildung. Er ist der einzige aus der Familie, dem dieses Privileg zuteil wird.Alles in allem scheint es eine glückliche Kindheit gewesen zu sein, trotz der Lebensumstände in einer eng geschürzten Welt. Kleinere Abwechslungen erhielten den Rang von Ereignissen: Ein neues Paar Schuhe oder der Besuch eines Cafés bedeuteten schiere Glückseligkeit. Der Bub erfährt hautnah den Schrecken erster Autounfälle, macht unliebsame Bekanntschaft mit Grobianen, lernt hinter die Fassaden zu blicken. Als Hütebub erlernt er früh Verantwortung zu übernehmen. Sein Glück sind Eltern, die, bei aller Härte ihres Arbeitslebens, Sanftmut und Güte bewahrt hatten. Sie, wie einige prägende Lehrer, verstanden es, ihm Orientierung zu geben. In plastischen Portraits werden sie ebenso vergegenwärtigt wie Nachbarn, Mitschüler und Gertrud, die Angebetete einer ersten, sehr platonischen Liebelei.In den Jahren nach 1933 ist Hirschle alt genug, um das Einsickern des Nationalsozialismus in sein heimatliches Umfeld bewusst mitzuerleben. Nun wird die bisherige Hierarchie des Dorfes von den Strukturen der Partei überlagert. Parteigenosse oder nicht, darauf kommt es jetzt an, wie der gute Beobachter, der Hirschle war, staunend feststellte. Bezugspersonen wie Lehrer oder Verwandte werden von ihm sehr genau taxiert. Er selbst gerät eher zufällig ins Umfeld des Regimes. Sehr eindrücklich, wie der Autor 50 Jahre später sein damaliges sehr naives politisches Bewusstsein - das einer verführten Jugend - freilegt. Er fühlte sich als Teil der neuen Zeit", plapperte nach, was NS-Lehrer und NS-Propaganda vorstanzten.1941 endet die zwischen 1981 und 1983 verfasste Autobiographie. Leider.Die sehr persönliche Lebensgeschichte ist in Teilen deckungsgleich mit den Erfahrungen einer ganzen Generation und somit ein Stück weit verallgemeinerbar. Die alltagsgeschichtlich durchweg beredten Beobachtungen verleihen dem Buch einen auch politischen Charakter. Neben einer sehr scharfen Erinnerung an lange zurückliegende Begebenheiten kam dem Au-toren sein sehr ausgebildetes Reflexionsvermögen zu Gute.Geschrieben in einer sehr lebendigen Sprache, schafft es der Autor, über Hunderte von Seiten hinweg, zu fesseln.