Read Rating-Agenturen: Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft) by Werner Rügemer Online

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Wer steckt eigentlich hinter den Rating Agenturen, von denen im Zuge der Finanzkrise so oft die Rede ist Und nach welchen Kriterien arbeiten Sie In diesem Buch wird zum ersten Mal die Eigent merstruktur der drei gro en Agenturen offengelegt Es handelt sich dabei um Hedge und Investmentfonds, die aus der hohen und dauerhaften Verschuldung von Unternehmen, Staaten und Konsumenten Gewinn ziehen Detailliert untersucht Werner R gemer die Kriterien und Arbeitsweisen der Agenturen Er zeigt Ihre Macht gewinnen die Rating Agenturen durch ihre Eigent mer, aber auch durch die staatlich und berstaatlich erteilte W chterfunktion Sie sind mit Fonds, Banken, Staaten, Zentralbanken, Europ ischer Union und Internationalem W hrungsfonds Teil der gegenw rtigen Kapitalmacht....

Title : Rating-Agenturen: Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft)
Author :
Rating :
ISBN : 383761977X
ISBN13 : 978-3837619775
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Transcript Auflage 2., unver nderte Aufl 23 April 2012
Number of Pages : 200 Seiten
File Size : 575 KB
Status : Available For Download
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Rating-Agenturen: Einblicke in die Kapitalmacht der Gegenwart (X-Texte zu Kultur und Gesellschaft) Reviews

  • Economist
    2018-10-23 02:09

    Im Wesentlichen behandelt das Werk (ca. 200 Seiten) die Problematiken um die drei Großen der Ratingagenturen, Standard and Poors, Moodys und Fitch. Das Werk ist gut um sich einen schnellen Überblick zu verschaffen, geht aber nicht enorm in die Tiefe.Eine sehr grobe Zusammenfassung des Buchinhaltes:I. EinleitungThese: Problem ist die privatwirtschaftliche, zum strategischen Vorteil der Eigentümer agierende Organisation des Regulierungssystems zur Wahrnehmung der hoheitlichen Aufgabe das Kreditwesenkontrolle, welche staatlich geschützt, aber für Fehler aus subjektivem strategischen Vorteil handelnd gleichzeitig nicht haftbar sein sollII. Entstehung und Veränderung der AgenturenEs werden ein paar Hintergründe zur Gründung von Ratingagenturen, Hedge Funds, Börsenaufsicht SEC, sowie die Übertragung von hoheitlichen Aufgaben (Bewertung von Investitionen) erklärt, welche verpflichtend von Banken, Versicherungen und anderen Finanzakteuren in Anspruch genommen werden mussten. New York und die City of London habe diverse Privilegien, welche in dem Rest der jeweiligen Länder nicht herrschen. Wirtschafts- und Finanzverträge gelten in NY auch dann, wenn sie ganz oder teilweise gegen US Bundesrecht verstoßen. Unternehmen sind in den USA wie Bürger zu behandeln. Absenkung der Einkommen wurde durch erhöhte Kreditvergabe kompensiert.Paar Gedanken aus anderen Büchern: Reformen um das Finanzsystem zu regulieren zwischen 1933 und 1936 waren leicht, da die Wall Street als "Public Enemy Number One" empfunden wurde (Genau das was Albrecht Müller schreibt, wer die intellektuelle Führerschaft in der Bevölkerung beanspruchen kann, kann auch effektiv regieren")III. Die Globalisierung des US-Rating SystemsMit der Globalisierung wurden IWF, Weltbank und die Bank für internationalen Zahlungsausgleich dafür eingesetzt die US Ratingagenturen international als Instanzen zu betrachten. Nationale/sozialismusähnliche Regierungen (Gandhi, Mossadegh, Nasser, Nkrumah, Sukarno) nach dem zweiten Weltkrieg wurden durch Interventionen der USA, GB und F gestürzt und durch pro-westliche Regierungen (Suharto, Marco, Pinochet, Mobuto, etc.) ersetzt. Gleichzeitig dienten diese Länder als Versuchslabore für exzessive Kreditvergabe (für Straßen, Staudämme) und versetzen sie damit in eine Lage in welcher es nicht mehr möglich war diese Schulden zurückzuzahlen. Ursprünglich war der IWF dafür da die Austauschbarkeit von Währungen sicherzustellen. Später verlangte er eine methodisch gesicherte Grundlage der Bewertung der Bonität der Entwicklungsländer. Während andere Regierungsorganisationen zur Umsetzung von Basel II gedrungen wurden (sämtliche EU Institutionen) und damit der Bewertung der Ratingagenturen unterliegen, setzen die USA dies für sich einfach aus. Sovereign Rating lukratives Geschäftsfeld, "je länder die Staaten unrettbar verschuldet sind und bleiben, desto lukrativer". Während alle Länder und Unternehmen dazu genötigt werden auf eigene Rechnung Gutachten in Auftrag geben zu lassen, schottet sich China dagegen ab. Geheimhaltung und Intransparenz sind oberste Priorität, und staatlich geschützt.IV. Wem gehören die Rating Agenturen?Es wird eine detaillierte Momentaufnahme (schwankt i.d.R. wöchentlich) über die Eigentümer, und deren Eigentümer (Banken, Hedge Funds) und deren Verflechtungen untereinander gegeben.V. Erste Einblicke in die Kapitalmacht der GegenwartDie Ratingagenturen werde durch den Staat und internationale Organistation gestützt und geschützt. Die Agenturen sind "cross-share holdings", das heißt alle größeren Firmen gehören sich gegenseitig und können so untereinander Einfluss ausüben (siehe Glattfelders Global Corporate Control Studie), sodass die Eigentümer der Eigentümer der Ratingagenturen dieselbigen über Umwege für eigene strategische Zwecke einplanen können. Weiterhin wird die These aufgestellt, dass Moodys durch seine Bewertungen genau soviel Macht, wie die USA hat, oder ein komplementäres Werkzeug zu dieser Wirtschafts- und Militärmacht ist.VI. Rating: Die KriterienAnders als angenommen sind die Ratings nicht sehr objektiv. Teilweise werde sie quantitativ aus anderen Kennzahlen ermittelt, jedoch ist vieles Willkürlichkeit der Analysten ausgeliefert. Wer in die Schuldenknechtschaft gerät muss kontinuierlich neue Ratings für sich in Auftrag geben. Die Aussicht auf staatliche Hilfen für Banken gehört zu den Ratingkriterien. Weiterhin werden auch zunehmend Kommunen gerated.VII. Rating: Die ArbeitsweiseEs gibt Ratings bei welchen man solange nachbessern kann bis die Note stimmt. Um Geld zu erpressen, werden Ratings ohne Kundenauftrag gemacht, diese sollen ein größeres Rating nach sich ziehen was dann besser ausfällt. Auch wenn Beraterverträge gekündigt werden, gibt es Strafratings. Weiterhin werden Ratings von Staaten gemacht um diese auf eine politische Libearlisierungsagenda einzuschwören (Bsp Frankreich, Deutschland im Vorfeld der Hartz Reformen).VIII. Kriminogene BedingungenEs wird die Geschichte der Regulierung vorgestellt. Weiterhin wird über Gefälligkeitsgutachten gesprochen, wobei unangenehme Analysten abgezogen werden und durch freundlichere ersetzt werden. Allerdings sind die Agenturen für diese Gefälligkeitsgutachten nicht haftbar (siehe Lehmann Brothers).IX. Ratingfreie ZonenDa die Ratingagenturen so unverlässliche Arbeit machen, leisten sich alle größeren Banken ein eigenes Bewertungssystem. "Aladdin" von Blackrock ist eines der berühmtesten. Weiterhin wird sich über das manipulierte Triple AAA von USA und GB lustig gemacht.X. Debt Factory WorkingGenaue Rekonstruktion der IKB Insolvenz 2007 wurden durch den Staat verhindert. Krisen sind sehr lukrativ für Ratingagenturen, da es viel zu bewerten gibt.XI. DebtocracyDebtocracy ist ein Geschäftsmodell, welches die Enteignung von staatlichen, privaten und individuellem Eigentum vorsieht. So war Röslers Plan die Überschuldung Griechenlands auszunutzen um das Land gewinnbringend auszuschlachten. Gleichzeitig finden Sozialkürzungen und Privatisierungen von langfristig gewinnbringenden Unternehmen an. Dies alles führt zum wirtschaftlichen Verfall und letztendlich zur Abschaffung der Demokratie. (kann man immer mehr erleben)XII. Verrechtliches UnrechtEs wird darauf eingegangen, dass die Agenturen im Besitz hoheitlicher Rechte sind, aber für nichts haftbar gemacht werden können.XIII. ReformversucheAußer den chinesischen Reformversuchen, welche seit jeher ein eigenes System pflegen, wurden alle großangekündigten Reformen im Westen nicht umgesetzt. Aber auch in den chinesischen Agenturen blüht der Betrug.XIV. Alternative: Die große EntschuldungXV. Ausgewählte LiteraturIch verstehe was Herr Rügemer mit seiner auf das Allgemeinwohl ausgerichteten Bewertungen sagen will und ich wünschte mir auch eine stärkere Sicht auf das Ganze, aber ich halte es auch für unrealistisch und auch impraktikabel. Dieser Rahmen muss vom Staat vorgegeben werden (in Kommunen durch demokratische Abstimmung und vorhergehende Erörterung der Problematiken) und sollte nicht als Hauptkomponente in Bewertungen einfließen. Es ist leider zunehmend schwerer immer irrationaleren Menschen zu erklären, dass man das Geld aus einem Topf nur einmal ausgeben kann, und halt entweder das eine oder das andere Projekt realisiert werden kann. Diese Zusammenhänge müssen aber dargestellt werden und sie sollten nicht von einem sowieso überforderten Analysten getroffen werden.Bewertungen sollten einen technokratischen Charakter haben und die langfristige Vorteilhaftigkeit oder Überlebensfähigkeit wiederspiegeln. Damit ist auch implizit das Allgemeinwohl verbunden. Die Bewertungen sollten zudem auch transparent und nachvollziehbar sein, und Erpressungsversuche und Fehlbewertungen sollten aufs schärfste juristisch belangbar sein.Wenn man von den kleinen Schwächen mal absieht, ist das Buch um einen ersten Einblick zu gewinnen sehr gut.Deshalb klare Kaufempfehlung!

  • B. Reisinger
    2018-11-11 01:02

    In welcher Art hier Einzelinteressen am Wirken sind, welche Machtpositionen wirken beschreibt dieses Buch (vielleicht auch nur ansatzweise). Erschütternd war für mich die Erkenntnis, mit welcher (fehlender) Kompetenz die ohnehin realwirtschaftlich abgedrifteten Börsenkurse beeinflußt werden.

  • Ley
    2018-11-03 01:51

    Unverzichtbar zum Verständnis der aktuellen Finanzdiskussion. Einblicke in das Innenleben der internationalen Spekulation und der diesbezüglichen Gefahren für die Weltwirtschaft. Hier wird entschieden und in der Politik nur noch ausgeführt.

  • Cord Sandmann
    2018-11-20 03:47

    sehr gute Beschreibung der Zusammenhänge machmal allerdings für einen Laien schwierig zu lesenInsgesamt sehr interressante Lektüre die Zeigt wem wir unser Geld geben

  • Liesbeth
    2018-11-07 02:51

    Ich hab es verschenkt und der Beschenkte war begeistert.ich selbst habe es nicht gelesen und kann daher nichts weiter dazu sagen.

  • Steve Ostein
    2018-11-12 20:55

    Die Bewertungen von Moody's, Standard and Poor's und Fitch werden medial und politisch als absolute Wahrheiten angenommen. Die Abwertung von Griechenland löste eine Krise in Europa aus, die in Südeuropa zu einer beispiellosen Sparpolitik gegen den Willen und den Nutzen der Gesamtbevölkerung führte. Zentral- und Nordeuropa werden - deutet man die Berichte über die geplante "Agenda 2020" richtig - ebenfalls nicht davon verschont bleiben.Dabei lässt sich der Bürger in einem Akt beispielloser Propaganda einreden, Austerität sichere die Zukunft seiner Kinder, führe zu Unabhängigkeit von den Märkten und sei der einzige Weg, Wohlstand zu erhalten. Der Kapitalismus hat sich die Rhetorik aller totalitären Systeme angeeignet, bei denen Leiden in der Gegenwart den Weg in eine goldene Zukunft ebnen sollen.Zu selten wird in den Medien und in der Politik die Frage "Qui bono" gestellt. Werner Rügemer gebührt der Verdienst, ein Buch geschrieben zu haben, daß diese Frage nicht nur stellt, sondern sie auch beantwortet.In den ersten Kapiteln beschäftigt er sich mit der Historie der Rating-Agenturen und zieht die Schlußfolgerung, daß diese nicht erst seit 2008 Verantwortung für das Auslösen von Krisen tragen. Er beschreibt die zunehmende Verfilzung der eigentlich als unabhängig konzipierten Agenturen mit Großunternehmen und Finanzindustrie sowie die politisch gewollten Gesetzesänderungen, die ihnen mehr Macht verliehen und von ihnen weniger Haftung verlangten.Er geht auf die beginnende "neoliberale" Reformwelle der 70er Jahre ein, in der Billigkredite und Spekulation an die Stelle von Umverteilung, Wertschöpfung und Nachfrage traten. Auch dies wurde durch Ratingagenturen - stark verfilzt mit Zentralbanken und Finanzindustrie - gefördert und gebilligt.Seit den 80er Jahren lassen sich die Agenturen vom "Prüfling" bezahlen. Das bedeutet, daß ein Unternehmen ein Rating der eigenen Kreditwürdigkeit oder der Sicherheit eines Finanzproduktes in Auftrag gibt und hierfür viel Geld überweist. Es sollte jedem einleuchten, daß hiermit einem bewußten und kriminellem Fehlverhalten Tür und Tor geöffnet wird.Teils setzen die Agenturen komplette Staaten (z.B. die EU) unter Druck und drohen mit einem unbeauftragten - und dann schlechtem - Rating, sollten diese die Kooperation (und die Bezahlung) verweigern.Danach widmet sich Rügemer der Frage, wer besagte Agenturen eigentlich kontrolliert. Hier ist für mich eine der Schlüsselaussagen des Buches zu finden: eben die "Finanzmafia" (Hedgefonds, Investmentbanken, global agierende Unternehmen), deren Kreditvergabepraktiken eigentlich bewertet werden sollen, ist es, die auch die "großen 3" mehrheitlich besitzt.Der Autor und der Leser kommen zur Schlußfolgerung, daß die Ratings nicht dem Zwecke einer Regulation von Kapitalflüssen dienen sollen, sondern einen Mechanismus darstellen, der einerseits die Geschäfte des Finanzmarktes decken und fördern soll (man beachte die guten Ratings für CDOs und ähnliche "Produkte", die schliesslich zur Krise 2008 führten), andererseits Druck auf die Politik ausübt, um gewünschte Reformen (der berüchtigte neoliberale "Mehrklang" - Lohnsenkung, Sozialabbau, Privatisierung, Deregulierung, Steuersenkung) zu erreichen.Rügemer analysiert in der Folge noch die Arbeitsweise von Rating-Agenturen und stellt fest, daß diese intransparent und nicht nachvollziehbar ist sowie haufenweise eklatante Fehlbewertungen produziert (was vor dem Hintergrund des eigentlichen "Zweckes" der Bewertungen nachvollziehbar ist). Er berichtet u.a. über "Shop an Stop" - das bedeutet, daß z.B. eine Bank einer bestimmten Agenturen mit dem Aufkündigen der Zusammenarbeit droht, sollte diese deren Produkte nicht besser bewerten.Er analysiert das Verhalten der Agenturen in diversen Krisen - Krise in den Tigerstaaten, Finanzkrise 2008 - und kommt immer wieder zur gleichen Schlußfolgerung: es geht um das Durchsetzen einer bestimmten ökomonischen Doktrin, nicht um einer seriöse und gemeinwohlorientierte Bewertung von Kreditwürdigkeit und Finanzprodukten. Die explodierende Kreditlast - die ja oft als isoliertes Problem des "Staates" und seiner Infrastruktur / sozialen Leistungen dargestellt wird - ist dabei elementarer Teil der "Machtübernahme" des Finanzsektors. Sie wird durch Niedrigzinsen, Niedrigbesteuerung (beziehungsweise durch das gigantische Ausmaß an Steuerflucht) und Niedriglöhne getriggert, und von den Ratingagenturen als "willige Vollstrecker" als positiv, sicher und notwendig an die Allgemeinheit verkauft.Werner Rügemer lässt den Leser ratlos und frustriert zurück. Selbst wer nicht an Verschwörungstheorien glaubt, zuckt vor dem erschreckend Ausmaß des Raubzuges zurück, der auf Kosten des Großteiles der Bevölkerung - mit den Agenturen als Speerspitze, als "Schlägertrupp", der bei Unwilligkeit mit Abwertung droht - seit gut 30 Jahren mit kräftiger Unterstützung aus Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, Politik, Religion und Industrie durchgezogen wird.Einen kleinen Hoffnungsschimmer bietet der Fakt, daß es durchaus Lösungsansätze gibt. Mit etwas politischem Willen wären diese innerhalb von sehr kurzen Zeiträumen durchzusetzen. Neben dem "Entmachten" der Ratingagenturen - indem man ihnen als Staatengemeinschaft ihren Bewertungsauftrafg enzieht - wäre eine rapide Entschuldung durch Umverteilung und Schulenaudits vonnöten, ein Verbot des Großteils der wertlosen Finanzprodukte, eine Reorientierung der Ökonomie fort von Shareholder Value und Profit, hinzu Gemeinwohl und Wertschöpfung. Das solche Dinge nicht allzu visionär sind, zeigt z.B. das historische Beispiel "New Deal".Und so bleibt am Ende nur der (fromme) Wunsch, daß der Wähler es bis September 2013 schafft, den ideologischen Nebel aus seinem Kopf hinfortzulüften und nicht mehr gegen seine eigenen Interessen zu wählen - noch wurde die kleine Demokratiedusche, die alle 4 Jahre auf uns hinabregnet, nicht endgültig ausgestellt.Noch.