Read Die Mittellosen: Roman (suhrkamp taschenbuch) by Szilárd Borbély Online

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Ein ungarisches Dorf, Ende der sechziger Jahre Alle diejenigen sind noch da, die damals mitgemacht haben, aber auch der j dische Ladenbesitzer M zsi, der von der Zwangsarbeit ins Dorf und in seine ausgepl nderte Wohnung zur ckgekehrt ist ber seine ermordeten T chter wird geschwiegen An diesem grausamen und mitleidslosen Ort w chst der junge Erz hler des Romans auf Der Elfj hrige muss schwere k rperliche Arbeit verrichten, er friert und hungert Seine Familie und er sind Au enseiter im Dorf Von der Vergangenheit darf man nicht sprechen Sind sie Juden Aus Rum nien vertriebene orthodoxe Christen Warum werden sie ausgegrenzt Szil rd Borb ly schildert Kindheitsszenen aus einer erbarmungslosen Welt In der Selbstbeobachtung des Au enseiters w chst dem Jungen ein unerh rter Scharfblick zu Gebannt und atemlos folgt man seiner Erz hlung, der es gelingt, scheinbar Unsagbares in Worte zu fassen....

Title : Die Mittellosen: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Author :
Rating :
ISBN : 351846664X
ISBN13 : 978-3518466643
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 1 7 M rz 2016
Number of Pages : 350 Seiten
File Size : 869 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Mittellosen: Roman (suhrkamp taschenbuch) Reviews

  • Martin Wurzel
    2018-10-25 04:07

    Sehr detailgetreu wird das einfache, aber schwere Leben auf dem Land erzählt, von der Schwierigkeit, sich zwischen Nationalitäten und Konfessionen zuzuordnen, Gemensamkeiten im Dorf und in der Familie zu entwickeln, die letztlich für die Identitätsbildung des jungen Menschen unerlässlich sind, Tragisch unter wirklich unter die Haut gehen nach der Lektüre des Berichtes über die eingene Kindheit Epilog und Nachworte. Sie rühren an, werfen aus der Bahn.Einwirklich ausgezeichneter "Roman", eindringlich und nachdenklich machend. Der Wunsch nach einem guten Leben ist nicht überall so leicht umzusetzen.

  • RoBa
    2018-11-02 21:30

    Literatur in höchster Form. Sprachgewaltig. Gleichzeitig unendlich traurig . Es läßt einen lange nicht los. Wer gute Literatur schätzt auf jeden Fall empfehlenswert.

  • traumtänzer
    2018-10-21 21:35

    Ich bin noch immer fassungslos, das Buch wirkt lange nach. Es beschreibt die Armut, die Verrohung, die Lust am Töten in einem kleinen ungarischem Dorf Ende der 60iger Jahre. Es ist mit der Stimme eines kleinen Jungen geschrieben, der ausgestoßen wird und verprügelt von anderen Kindern. Auch gelegentlich von Mutter und Vater. Er ist ein ängstlicher, sensibler Junge, dessen einziger Trost die Welt der Zahlen ist. Damit schafft er sich ein wenig Distanz zu seinem erbärmlichen Leben.In dem Buch wird beschrieben, wie die verrohten Bauern dieses Dorfes (der Junge und seine Familie sind keine Bauern) versuchen, ihren Kindern die Träüme zu nehmen oder was sie tun, damit die Kinder nicht zu klug werden, um ein anderes Leben zu führen, als das Ihrer Eltern.Das Buch ist ganz große Erzählkunst, auch wenn man manchmal wirklich durchschnaufen muss.

  • Felix Richter
    2018-10-30 23:11

    Dreierlei hat wohl dazu beigetragen, dass Szilárd Borbély Anfang letzten Jahres seinem Leben ein Ende gesetzt hat: Die Depressionen, unter denen er fast sein ganzes Leben gelitten hatte, der anscheinend unaufhaltsame Rückfall seines Heimatlandes Ungarn in die Diktatur, und schließlich sein letzter, großer Roman "Die Mittellosen", für den er eine jahrelang fest verschlossene Pandorabüchse geöffnet und die ganze Last der verdrängten Erinnerungen an seine Kindheit im kleinen Dorf nahe der rumänischen Grenze vor uns ausschüttet hat.Borbély schreibt so, wie er es als Kind einem Psychiater erzählt haben würde, unsortiert, in abgehackten, einfachen Sätzen, ohne Scheu vor Wiederholungen und den Empfindlichkeiten seiner Leser. Was er durch seine spätere Flucht in die Stadt hinter sich gelassen zu haben glaubte, sucht ihn als endloser Albtraum wieder heim, das ganze Grauen, das eine verwahrloste Kindheit in bäuerlicher, südosteuropäischer Armut zu bieten hat an Schmutz, Hunger und Gefühlskälte, und seine nicht immer erfolgreichen Versuche, sich die allgegenwärtige Rohheit zu eigen zu machen.Und er beschreibt eindringlich, was Menschen denen antun können, die, warum auch immer, außerhalb der dörflichen "Gemeinschaft" stehen, mit oder ohne Rückendeckung von oben, sei es durch Pfeilkreuzler (während des Krieges) oder kommunistische Parteikader (nach dem Krieg). Dass es in Ungarn jetzt wieder in eine solche Richtung geht, konnte Borbély nicht verwinden, davon geben die Nachworte der beiden großartigen Übersetzerinnen Zeugnis. Es ist leider so, dass Gemeinschaften sich weniger durch das definieren, was sie miteinander gemeinsam haben, sondern durch das, was sie von anderen abgrenzt. Borbélys dörfliches Biotop am Rande der Zivilisation ist dafür ein bedrückendes Beispiel.Was für ein großes Vermächtnis.- Kostenloses Rezensionsexemplar -

  • sabatayn76
    2018-11-08 02:12

    Inhalt:Der namenlose Ich-Erzähler wächst Ende der 1960er Jahre in einem ungarischen Dorf auf. Seine Kindheit ist geprägt von Gewalt, Armut, Hunger, Trostlosigkeit und emotionaler Abgestumpftheit.Im Dorf sind Antisemitismus und Antiziganismus an der Tagesordnung, und auch der Ich-Erzähler und seine Familie werden geächtet und ausgegrenzt.Mein Eindruck:Szilárd Borbély beschreibt in 'Die Mittellosen' eine grausame Kindheit, die man sich kaum vorstellen kann und deren Realitätsgehalt man gerne als reine Fiktion abtun möchte. Beim Lesen des Anhangs wird jedoch schnell klar: Der Roman weist autobiografische Züge auf, und die Verarbeitung seiner eigenen Kindheitserlebnisse führten beim Autor zu einer schweren Depression, die schließlich in einem Suizid endete.Mich hat das Buch beeindruckt und sehr bewegt. Oft wollte ich nicht weiterlesen, denn der Inhalt ist nicht nur grausam aufgrund des körperlichen und emotionalen Missbrauchs sowie der Vernachlässigung, die der Ich-Erzähler erfährt, sondern wird auch bestimmt von zahlreichen Szenen, in denen Tiere gequält oder ekelerregende Dinge berichtet werden.Der eindringliche Schreibstil des Autors, der mit seinen kurzen Sätzen und der oft kindlichen Sprache perfekt den Erzählstil eines Kindes eingefangen hat, führt jedoch dazu, dass man immer weiter liest und das Buch trotz des oft abstoßenden Inhalts kaum zur Seite legen kann. Das erlebte Elend wird dabei meist beiläufig erwähnt, und der naive, kindliche Schreibstil wird bisweilen von expliziter, vulgärer Sprache abgelöst. All dies sorgt dafür, dass das trostlose Leben des Ich-Erzählers glaubhaft wiedergegeben wird, dass seine Gefühle und seine Gefühllosigkeit anschaulich gemacht werden, dass der Leser einen Einblick in das Leben des Ich-Erzählers erhält, der längst fast alle seine Gefühle in sich begraben und sich an das Grauen und die Grausamkeiten gewöhnt hat. Dieser Schreibstil Borbélys hat mich oft an die großartige Trilogie von Ágota Kristóf ('Das große Heft', 'Der Beweis', 'Die dritte Lüge') erinnert, und auch inhaltlich finden sich meiner Meinung nach Parallelen.Erwähnenswert finde ich zudem die Bezüge zu Primzahlen und die vielen Wiederholungen bestimmter Phrasen, die bisweilen wie eine Litanei wirken und dem Roman zusätzlich einen besonderen Anstrich geben.Mein Resümee:Ein trauriger und faszinierender Roman, der leider keinen Nachfolger haben wird.Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten, was jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.