Read Wasserpolitik: Zur politischen Theorie, Praxis und Kritik globaler Governance (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) by Petra Dobner Online

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Sauberes Wasser ist die Grundvoraussetzung irdischer Existenz, und nichts verdeutlicht die Bedeutung einer ffentlichen Gemeinwohlsicherung st rker als die Frage der Wasserversorgung Im Zuge der neoliberalen Privatisierungs und Globalisierungsideologie fiel jedoch Anfang der neunziger Jahre auch diese Bastion ffentlicher Alleinverantwortung Seither wird die Privatisierung der Trinkwasserressourcen und der damit verbundenen Dienstleistungen einerseits als K nigsweg propagiert, andererseits vehement bek mpft Das Buch macht die komplexen Dimensionen der globalen Wasserkrise sichtbar und verfolgt die Entwicklung von der ffentlichen Daseinsf rsorge zu Strukturen globaler Governance eine Entwicklung, die eng mit theoretischen Auffassungen ber die Bedeutung der Allmende, die beste Art der Gemeinwohlsicherung und die M glichkeiten politischer Steuerung verkn pft ist Die empirische Untersuchung der Strukturen des globalen Wasserpolitiknetzwerkes macht dabei exemplarisch deutlich, da es gute effizienz und demokratietheoretische Gr nde gibt, den generellen Vertrauensvorschu f r globale Governance einer kritischen berpr fung zu unterziehen....

Title : Wasserpolitik: Zur politischen Theorie, Praxis und Kritik globaler Governance (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
Author :
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ISBN : 3518295586
ISBN13 : 978-3518295588
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage Originalausgabe 24 Mai 2010
Number of Pages : 400 Seiten
File Size : 599 KB
Status : Available For Download
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Wasserpolitik: Zur politischen Theorie, Praxis und Kritik globaler Governance (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) Reviews

  • Gerhard Brouwer
    2018-11-17 09:29

    Man kann von einer globalen Wasserkrise reden, weil Wasserknappheit, Wasserverschmutzung und mit Wasser verbundene Katastrophen weltweit auftreten. Meerwasserentsalzungsanlagen sind zu energieintensiv und können eben von den ölreichen Ländern am Golf das Problem der Wasserknappheit lösen. Ein globaler Flaschenwassermarkt steht denen überall zur Verfügung, die es sich leisten können.Täglich sterben 6000 Menschen durch verseuchtes Wasser. Die Weltbevölkerung wird aber nicht gleich betroffen: Kinder in der entwickelten Welt können dreißig- bis fünfzigmal so viel Wasser konsumieren wie Kinder der Dritten Welt.Am Beispiel der Great Plains wird der Raubbau an den Wasserressourcen demonstriert. Da die Vereinigten Staaten ernährungspolitisch von dieser Region abhängig sind, ist eine nachhaltige Lösung nicht in Sicht.2000 litten mehr als vierzig Länder unter periodischem Wasserstress (weniger als 1700 m³ pro Jahr pro Kopf), 2050 werden es 48-60 Länder sein. Geschätzte 1,2 Milliarden Menschen werden durch verschmutztes Wasser beeinträchtigt, 15 Millionen Kinder unter 5 Jahren sterben mit daran.Die rasante Urbanisierung macht Probleme bei der Verfügbarkeit von Trinkwasserressourcen. 30-40% der Bewohner von Mexiko Stadt, Jakarta, Rio de Janeiro, Buenos Aires, Casablanca, Delhi, Hanoi, Kairo, Schanghai und Seoul haben keinen Zugang zu Trinkwasser. In Indien, z.T. auch in China, Pakistan und Iran wird das Grundwasser aus einer Vielzahl kleiner Pumpen bezogen, die Überausbeutung kann nur geschätzt werden, Kontrolle ist schwierig. Bei Versiegen der Quellen wird Armut weiter vergrößert.Leitungssysteme sind mangelhaft, ein Leben ohne Toiletten ist unwürdig, gesundheitsgefährdend und verursacht hohe Kindermortalität.Petra Dobner diskutiert die Wasserkonferenzen seit 1972, so wird etwa auf dem Earth Summit +5 in New York 1997 (5 Jahre nach Rio) eine weitere Verschlechterung von Wasserqualität und -quantität diagnostiziert. Wasser wird als handelbare Ware angesehen, deren Knappheit den Preis in die Höhe treiben werde. Beim Weltwasserforum in Den Haag 2000 wurde erbittert darum gestritten, ob Wasser ein Menschenrecht oder nur ein menschliches Bedürfnis ist. Es wurde die Realisierung voll kostendeckender Wasserpreise gefordert, sehr zur Empörung von NGOs. Auf der Konferenz zu Frischwasser 2001 wurde Privatisierung im Wassersektor abgelehnt. Die World Summit on Sustainable Development in Johannesburg 2002 (10 Jahre nach Rio) zeigte, wie gering die Bereitschaft der Länder des Nordens war, die finanzielle Unterstützung für die Länder des Südens auszuweiten. Das Weltwasserforum 2009 in Istanbul mit 33 058 Teilnehmern nimmt Dobner zum Anlass, den Sinn solcher Megakonferenzen zu hinterfragen. Sie sieht ihn als Austauschort für Experten und Betroffene.Bislang werden etwa 5% der Weltbevölkerung von privaten Akteuren an der Wasserversorgung beteiligt.Dass Wasser ein frei zugängliches, gar generell subventioniertes oder kostenloses Gut sein könnte, wird schon mal als antimoderner Reflex der Globalisierungsgegner bezeichnet.Dobner untersucht Global-Governance-Institutionen wie das Wolrd Water Council, das sich als den internationalen Think Tank für Wasserpolitik versteht. Die meisten Mitglieder stammten 2005 aus Ländern mit einem Bruttosozialprodukt von mehr als 20 000 US-Dollar (pro Kopf pro Jahr). Frankreich, die Türkei und Japan sind die einzigen Länder mit mehr als 30 Mitgliedern. Privatwirtschaftliche Unternehmen dominieren in ihm und stellen auch den Vorsitz.Solche Netzwerke von Global Governance halten nicht demokratischen Standards legitimer Entscheidungsfindung stand, Partizipation kann nicht demokratische Legitimation ersetzen.Die Erkenntnis, dass die Verfügbarkeit der Trinkwasserressourcen das Problem ist, von dessen Lösung das menschliche Überleben abhängt, hat weltweite Betriebsamkeit ausgelöst, jedoch keinen Durchbruch in der Problemlösung.

  • PES-Nutzer
    2018-10-24 10:30

    Unglaublich wie man es schafft, Inhalt und Aussagen in diesem Buch derart in die Länge zu strecken.Das Lesen dieses Buches macht in keinster Weise Spaß.