Read Muttermale: Roman by Arnon Grünberg Online

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Ein Roman ber die gr te Liebe, die es im Leben gibtIn seinem neuen gro en Roman geht Arnon Gr nberg, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Niederlande, ans Herz Er erz hlt von zwei Menschen, die aneinander gebunden sind ohne Wenn und Aber, die ohne einander nicht leben und nicht sterben k nnen und die eine unendliche Liebe eint Mutter und Sohn.Otto Kadoke, benannt nach Anne Franks Vater Otto Frank, einem fr heren Freund der Familie, arbeitet als Psychiater in einem Krisenzentrum Er versucht, Menschen mit Selbstmordabsichten von ihren Pl nen abzubringen Als er eines Tages seine pflegebed rftige Mutter besucht, ffnet eine nepalesische Hilfskraft die T r, nur in ein Handtuch geh llt Der Psychiater, sonst immer tadellos professionell, verliebt sich augenblicklich in die junge Frau Und sieht sich wenig sp ter mit der Situation konfrontiert, dass er sich von nun an alleine um die Pflege seiner Mutter k mmern muss Kadoke ist kinderlos, mittleren Alters, aber nicht unattraktiv, besonders nicht f r junge rztinnen Als er auch bei einer suizidalen Frau die professionelle Distanz nicht wahrt, kommen sein Privat und sein Berufsleben ganz durcheinander Das Haus seiner Mutter wird ab da zum ambulanten Krisenzentrum f r alle, und Kadoke dekliniert Liebe auf ganz neue Weise f rsorglich Muttermale ist ein gnadenlos komischer, ber hrender Roman ber die Spielarten der Liebe, ein Meilenstein und zugleich Wendepunkt in Arnon Gr nbergs Werk....

Title : Muttermale: Roman
Author :
Rating :
ISBN : 3462049259
ISBN13 : 978-3462049251
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Kiepenheuer Witsch 30 September 2016
Number of Pages : 462 Pages
File Size : 692 KB
Status : Available For Download
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Muttermale: Roman Reviews

  • cl.borries
    2018-10-22 05:52

    Psychiater sein ist schwer! Einmal mehr sieht man in dem nun vorliegenden Roman von Arnon Grünberg, wie sehr dieser Beruf den ganzen Menschen fordert und zu eigenem Fehlverhalten beitragen kann, oder umgekehrt: weil einer schon kaputt ist, fühlt er sich zu diesem Beruf hingezogen, der ihm die Schwierigkeiten des Daseins aus dem Blick seiner Patienten noch einmal nahe bringOtto Kadoke ist Psychiater und arbeitet in einem Krisenzentrum für suizidgefährdete Menschen. Zugleich muss er ich um seine alte Mutter kümmern. Nach einer Scheidung ist er nur noch dem Beruf und der gebrechlichen Mutter verhaftet.Eine Nepalesische Hilfskraft versorgt die Mutter ordentlich. Doch eines Tages kann sich Kadoke nicht mehr beherrschen und vergewaltigt die Frau. Das hat Folgen!Sehr allmählich steigert Arnon Grünberg seine Charakterdarstellung eines Mannes, der selbst von inneren Skrupeln und Nöten geplagt ist. Er raucht viel und wirkt unglücklich. Der Hilfesuchende begegnet in ihm einem Helfer, für den der BERUF Hilfe zu sein scheint. Als Helfersyndrom bekannt, kann man bei zahlreichen Helferberufen davon ausgehen, dass sich hinter der Maske des Helfers eine narzisstisch oder anderweitig gestörte Persönlichkeit verbirgt. Das soll natürlich nicht für alle Psychiater gelten!Wer lange genug in dem Beruf gearbeitet hat, weiß, dass er nicht wirklich helfen kann. „Wenn es etwas gibt, dem sich der Ausübende eines Helferberufs stellen muss, dann seinem Unvermögen, der eigenen Machtlosigkeit“.(S. 67)Man erfährt in diesem Buch ein Lehrstück über psychiatrische Gegebenheiten und über die Ohnmacht, mit der dieser Beruf z.T. besetzt ist.Dass sich hier ein besonderes Schicksal abspielt, in dem eine enge Bindung zwischen Mutter und Sohn zu einer Zerstörung des eigenen Lebensgefühls führt, lässt im Leser ein leichtes Gruseln aufkommen.Kadoke verfängt sich zunehmend in den Fallstricken seiner eigenen Fehlentwicklung.In langen Passagen begegnet man dem irren Spiel, dass psychisch kranke Menschen zuweilen mit einander spielen.Fast alle Figuren sind irgendwie krank an Leib und Seele. Selbst die Mutter ist eine Fata Morgana, und jeder merkt allmählich, dass die Summierung von psychisch abnormen Persönlichkeiten in diesem Werk ihren Kulminationspunkt gefunden hat.Arnon Grünberg ist ein anerkannter jüdischer Schriftsteller, der aus Holland kommt und in New York lebt.Warum ihn die kaputte Natur im menschlichen Dasein so anzieht, bleibt sein Geheimnis. Das Lesen seiner Bücher erfordert ein hohes Maß an Verständnis für die Abgründe im Menschen. Aber er kann schreiben, und das macht einiges wett!

  • Winfried Stanzick
    2018-11-16 07:44

    Der neue Roman von Arnon Grünberg ist entstanden nach zwei sehr persönlichen Erfahrungen des Autors. Zum einen war er sozusagen als Vorbereitung zu dem einen das Buch durchziehenden Themenstrang im vergangenen Jahr freiwilliger Patient einer psychiatrischen Anstalt in Belgien, um dort Erfahrungen für sein Buch sammeln. Er hat schon etliche solcher Feldversuche unternommen, was seinen Büchern immer eine durch persönlich erlebte Realität gewonnene Authentizität gibt.Die andere persönliche Erfahrung war die Pflege seiner eigenen Mutter, deren Erinnerungen etwa zeitgleich mit „Muttermale“ unter dem Titel „Ich denke oft an den Krieg, denn früher hatte ich keine Zeit“ bei Kiepenheuer & Witsch erschienen sind.Die Hauptfigur des von Rainer Kersten und Andrea Kluitmann aus dem Niederländischen übersetzten Romans ist Otto Kadoke. Er ist etwa Mitte vierzig (so wie Grünberg selbst) und arbeitet als Psychiater in einem Krisenzentrum. Dort ist es seine Aufgabe, auch immer wieder in langen Nachtdiensten, Menschen vom Selbstmord abzuhalten, d.h. in der Regel zu entscheiden, ob in einem konkreten, meist von der Polizei gemeldeten Fall eine Zwangseinweisung in eine Psychiatrie angezeigt ist oder nicht. Arnon Grünbergs Beschreibung dieser Kontakte zwischen Therapeut und Patient sind meisterhaft und charakterisieren den professionell kühlen Kadoke auf der einen und die Verzweiflung der in seelische Not geratenen Menschen auf der anderen Seite.Doch der Psychiater Kadoke ist nicht nur in seiner Profession der eher kühle, emotionslose Typ. Auch in seinem Privatleben drückt er Emotionen weg, außer in seiner Beziehung zu seiner Mutter, die etwas seltsam Inzestuöses hat. Eigentlich ist es gar nicht seine Mutter, sondern sein Vater, der nach dem Tod der eigentlichen Mutter deren Aussehen und Rolle übernommen hat, so spricht und handelt wie sie.Die beiden Pflegerinnen aus Nepal, die Kadoke engagiert hat, wissen das und gehen locker damit um. Doch als Kadoke eines Tages wie immer seine Mutter besuchen will und die Pflegerin Rose nur mit einem knappen Handtuch bedeckt ihm die Haustür öffnet, hält er sein plötzliches Begehren für Liebe und penetriert die junge Frau, die das auch geschehen lässt. Kurz darauf steht der nepalesische Freund von Rose vor der Tür und verprügelt Kadoke nach Strich und Faden. Die Tätigkeit der beiden Frauen ist beendet und Kadoke muss die Pflege der Mutter zunächst selbst übernehmen.Der Vorfall mit Rose geht ihm das ganze Buch über nicht aus dem Sinn. Er, der professionell Kühle, hat große Probleme mit Nähe zu Frauen und mit starken Gefühlen wie Liebe. Eine schwarze Assistenzärztin namens Dekha, mit der er viele Nachtdienste verbringt, versucht, so etwas wie eine nahe und intime Beziehung zu ihm aufzubauen, doch Kadoke wehrt alles ab.Auch nachdem er mit Michette, einer Frau mit einer langen psychiatrischen Karriere, in einem waghalsigen und absolut regelwidrigen alternativen Therapieprojekt, eine ehemalige Patientin als Pflegerin seiner Mutter ins Haus holt, muss er sich von dieser intelligenten Frau erklären lassen, was der Zusammenhang zwischen Leiden und Leben ist.Besonders die fünf Muttermale an seinem Rücken haben es Michette angetan, und sie will sie immer wieder streichelnd berühren. Hier wird die Symbolik einer extremen Mutter-Sohn-Beziehung deutlich, wie es sie vielleicht nur bei Kindern von überlebenden Holocaust-Opfern gibt (Kadokes Mutter war im Lager, so wie auch Arnon Grünbergs Mutter es gewesen ist).Kadoke lässt irgendwann die Muttermale entfernen, doch ob er sich von dem Mal der Mutter lösen wird, bleibt offen. Genauso wie die Frage, ob er, der sich die tragischen existentiellen Probleme seiner Patienten durch professionelle Kälte lange Zeit vom Hals gehalten hat und damit auch das ganze Leben selbst, durch die Begegnungen mit Michette und der Assistenzärztin Dekha sich einem Leben öffnen kann, in dem er Liebe, Nähe und Gefühle zulassen kann.Ein starker Roman, der mich im raschen Wechsel zum Lachen gebracht und ganz tief berührt hat. Ein schräges Buch, das viel erzählt vom Leben und wie man auch daran vorbeileben kann. Ein Buch, das trotz aller Tristesse seiner Protagonisten so etwas wie Hoffnung ausstrahlt.