Read Die Gesandten: Roman by Henry James Online

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Die Gesandten ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, ein Entwicklungsroman zwischen alter und neuer Welt Chad Newsome soll nach Hause kommen Doch als Lambert Strether ihn heimbringen will nach Massachusetts, ist Paris nicht der S ndenpfuhl, den die Amerikaner sich vorstellen, sondern die grandiose Stadt der Belle poque Und die zauberhafte Madame de Vionnet, deren H nden er Chad entrei en soll, hat den Durchschnittsamerikaner Chad in einen kultivierten Europ er verwandelt Strether sieht sich zwischen Tradition und Moderne, zwischen der Macht der Gef hle und der bernommenen Pflicht Und er muss sich die Frage stellen, ob er Chad nicht ins Ungl ck st rzt, wenn er seinen Auftrag tats chlich ausf hrt Michael Walter hat diesem Meisterwerk eine brillante Entsprechung gegeben....

Title : Die Gesandten: Roman
Author :
Rating :
ISBN : 3446249176
ISBN13 : 978-3446249172
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Carl Hanser Verlag GmbH Co KG 28 September 2015
Number of Pages : 498 Pages
File Size : 862 KB
Status : Available For Download
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Die Gesandten: Roman Reviews

  • Wilhelm Kesting
    2018-12-01 16:16

    Einmal abgesehen von der Thematik dieses von vielen Kritikern, trotz des Alters des Protagonisten (ein 55-jähriger Witwer), als Bildungsromans eingestuften Werkes - als Bildungsroman insofern, als er spät zu der Erkenntnis kommt, in seinem bisherigen Leben das Wesentliche versäumt zu haben - wird man, weiss man um die Vita des Autors, viele autobiographische Züge erkennen. Schon in jungen Jahren überwiegend in der Welt unterwegs, lernt James Europa kennen und lieben, und leidet, auf Paris bezogen, an der Diskrepanz zur Neuen Welt: hier das moderne und weltaufgeschlossene Paris der Belle Époque, dort das puritanische Amerika .Auf die gesamte Handlungsdistanz, wenn überhaupt von einer Handlung gesprochen werden kann, da der eigentliche Inhalt aus geführten Dialogen und mit sich selbst abzumachenden Einsichten besteht, muss am sich mit einer wahren Formulierungsakrobatik auseinandersetzen. Der ständige Wechsel von direkter und indirekter Rede, die Flut der in Anführungszeichen gesetzten Wortkaskaden, die oftmals derart ineinander verschachtelten Sätze, dass man sie teilweise nur schwerlich bis zu ihrem Anfang zurückzuverfolgen vermag, all das erfordert höchste Konzentration, die vom Leser einiges Durchhaltevermögen verlangt. Aber es lohnt sich.Wer Lust hat und die Zeit aufbringen kann, auf jede Satznuance achtend die 575 Seiten (mit einem Nachwort des Autors und eines des Herausgebers, mit einer Zeittafel zum Leben von Henry James und mit Anmerkungen sind es 693 Seiten) durchzuhalten, der wird sicher einen nicht auf den ersten Seiten zu erkennenden Lesegenuss erleben.Unter keinen Umständen sollte man auf das Nachwort des Herausgebers verzichten, denn hier wird sich der Leser über die Hintergründe dieses seit seinem Erscheinen im Jahre 1903 heiß diskutierten Werkes informieren können, ohne die ihm wesentliche Erkenntnisse verschlossen bleiben würden.

  • Matsyendra
    2018-11-20 20:18

    Im Original ist das Buch stilistisch ein ziemlicher Brocken; ich erinnere mich, wie ich es vor langer Zeit im Studium frustriert wieder weggelegt habe. Um so schöner, dass jetzt eine flüssige, gut lesbare Übersetzung erschienen ist, deren Lektüre Freude macht. Was den Text selbst angeht, ist einerseits die feine psychologische Beobachtungsgabe des Autors hervorzuheben, andererseits das noch heute aktuelle Thema - die US-amerikanische Reaktion auf das "alte" Europa.

  • cbm
    2018-12-01 21:11

    "Die Gesandten" ist ein Schlüsselroman der großen amerikanischen Literatur zum Eingang des 20. Jahrhunderts. Wenn ein Schriftsteller einen Gesellschaftsroman schreibt, steckt immer etwas an eigener Lebenswirklichkeit mit darin. Henry James war selbst als Kind reicher Eltern aufgewachsen, die sich die Bildung Ihrer Kinder in der luxeriösen Variante der Beschäftigung von Privatlehrern leisten konnten. James arbeitete als Schriftsteller, reiste dabei auch nach Paris und verbrachte die zweite Hälte seines Lebens in England. Wenn Strether, der Gesandte in diesem Buch mit dem Auftrag nach Europa reist, den Sohn seiner Auftraggeberin zur Rückkehr nach Amerika zu bewegen und dafür die Aussicht bekam, die Auftraggeberin und Vertraute heiraten zu dürfen, zeigen sich Parallelen zum Leben von James. Die Grundidee des Buches ist schon in dem Roman von James "Der Amerikaner" angelegt. Das Thema hat ihn ganz offensichtlich sehr lange beschäftigt. Strether scheitert. Er erlebt ein kulturvolles Europa und einen äußerst kultivierten Chad, der sich nicht als Objekt seines Auftrages sondern als eine zentrale Figur des Kulturkreises in Paris erweist, zu der er durch die kulturelle Erziehung seiner Gönnerin wird. Der verwitwete 55jährige Strether erlebt in diesen Cirle aufgenommen den krassen Gegensatz der europäischen Kultur zum amerikanischen kulturarmen, auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten Lebens, so dass er sich zu dem Fin de siecle selbst so hingezogen fühlt, dass er seinen Auftrag nicht nur nicht erfüllt sondern Chad noch bestärkt in Europa zu bleiben. Damit scheitert Strether völlig, da er so auch die mögliche Ehe und einen sorgenfreien Lebensabend dem Glück von Chad opfert. Der Roman hat im eigentlichen Sinne keine Handlung sondern ist ein Geflecht von Gedanken, Anspielungen, Überlegungen, Mißverständnissen, ein ständiges Lavieren der Figuren und dabei ein psychologisches Meisterwerk, in dem Abstand der Figuren und Vertrautheit, emotionale Nähe und Enttäuschung, Zuwendung und Ablehnung permanent wechseln. Erzählt wird aus der Sicht Strethers, jedoch nicht auktorial. Der Stoff ist so faszinierend, dass P. Highsmith in "Der talentierte Mr. Ripley" unverblümt Bezüge zu diesem Roman hergestellt hat.Erstmals in Deutschland veröffentlicht wurde der Roman bei Kiepenheuer und Witsch, sodann noch bei Ullstein und im Aufbauverlag 1973, leider letzteres mit einem furchtbaren Nachwort, einer politischen Agitationsschrift im Anhang versehen. Vielleicht war dies aber auch die einzige Möglichkeit, den Roman überhaupt bei den Kulturfunktionären der SED Gnade finden zu lassen. Die neue Veröffentlichung in der Übersetzung von Michael Walter, von Daniel Göske herausgegeben, überzeugt mit moderner Sprache, welche das Buch gut lesbar macht. Ich muss an der Stelle einräumen, dass in der Kürze der Zeit seit der Veröffentlichung der ganze Roman unmöglich zu lesen war. Der als Leseprobe vom Hanser Verlag 25 Seiten umfassende Auszug genügte bei der Kenntnis des Romans, diesen überzeugenden Eindruck zu vermitteln. Es ist jedoch, egal, für welche Ausgabe man sich entscheidet, immer eine kleine Investition, kein Buch, dass man für ein paar Cent erhalten kann. Vor dem Hintergrund, dass selbst die antiquarischen Romane nur für 18 € (das z.Zt. günstigste von mir gefundene Angebot), in der Mehrzahl jedoch deutlich teurer zu haben sind, kann ich die Neuveröffentlichung mit gutem Gewissen empfehlen.