Read Emotionen: Eine Philosophie der Gefühle by Richard Wollheim Online

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Richard Wollheim, einer der angesehensten Philosophen der Gegenwart, stellt in seinem neuen Buch eine ebenso weitreichende wie tiefgehende analytische Betrachtung ber das Ph nomen der Emotionen an In einem ersten Schritt l t er im st ndigen R ckgriff auf Literatur, Psychoanalyse und Kunst deutlich werden, warum Emotionen eine eigenst ndige psychologische Kategorie bilden Diese sind, so Wollheim in einem zweiten Schritt, nichts weniger als seelische Veranlagungen oder grundlegende psychische Kr fte, die, hnlich wie Begierden oder berzeugungen, uns pl tzlich bewu t werden Doch im Unterschied zu diesen sind Emotionen eine bestimmte Form der Geisteshaltung bzw der Einstellung zur Welt Sie sind eine mentale Disposition ganz eigener Art Wollheims Nachdenken dar ber, was Emotionen sind, wie sie sich in unserem Alltag zeigen und weshalb sich gew hnliche von moralischen Emotionen unterscheiden, hat zu einem facettenreichen, klar argumentierenden Buch gef hrt, das viele traditionelle Vorstellungen in Zweifel zieht Es ist gleichzeitig Ausdruck des Bem hens, Emotionalit t zu repsychologisieren, um so die Ausdrucksformen des menschlichen Geistes f r Psychologie und Philosophie zur ckzugewinnen....

Title : Emotionen: Eine Philosophie der Gefühle
Author :
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ISBN : 3406480861
ISBN13 : 978-3406480867
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Beck Auflage 1 22 August 2001
Number of Pages : 266 Pages
File Size : 977 KB
Status : Available For Download
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Emotionen: Eine Philosophie der Gefühle Reviews

  • Peter Müller
    2019-02-27 21:12

    Selbstkritisch lakonisch teilt der Philosoph Richard Wollheim (1923-2003)sogleich in der Einleitung seines Buches mit, warum die darin enthaltenen Überlegungen keinen nennenswerten Beitrag zur Erforschung der Gefühle leisten können: »Es ist nicht zu leugnen, dass es in jedem philosophischen Modell der Emotionen, das ausführlich genug ist, gewisse Vorannahmen gibt. An diesen Stellen dreht sich die Untersuchung im Kreis. Genauer gesagt können wir dann nicht mehr behaupten, eine Darstellung der Emotionen anzustreben, so wie sie sich uns präsentieren. Vielmehr ist von diesem Punkt an all das eine Emotion, was unsere Theorie als solche bezeichnet.« Damit wird deutlich, was das Problem Wollheims und vieler anderer Philosophen im Hinblick auf die Untersuchung von Gefühlen ist: es fehlt die richtige Methode. Wollheim beschreibt, wie er selbst sagt, die Gefühle, so wie sie sich auf dem Boden seiner Theorien als solche ergeben und bildet daraus dann seine "Philosophie der Gefühle". Das macht keinen Sinn. Zumal im Werk des Philosophen Hermann Schmitz (dessen Bücher ich erst nach dem Erwerb des Buches von Wollheim entdeckt habe) schon längst, seit 1969, eine wissenschaftlich fundierte Methodik zur Erforschung der Gefühle angewandt wird, die von Husserl begründete, von Schmitz weiterentwickelte Phänomenologie. Liest man Schmitz' kurze Einführung "Der Leib, der Raum und die Gefühle" so wird sofort deutlich, dass hier genaue und differenzierte Beobachtungen von Gefühlen vorliegen. Und diese Beobachtungen sind authentisch. Es wird etwas in der Art beschrieben, wie es auch erlebt wird. Ich empfehle Schmitz und meine, dass man sich Wollheim komplett sparen kann. Es darf noch nebenbei bemerkt werden, dass Wollheim - im Gestus des alten, saturierten Philosophen - eine eigenständige, aber ganz eigenartige Terminologie einführt. Seiner Denkart muss diese Terminologie als sinnvoll erschienen sein. Mit erscheint die Terminologie als ausgedacht. Ein Beispiel: Der Begriff "Intentionalität" ist seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts von Husserl im Sinne der Ausrichtung des menschlichen Bewusstseins im Wahrnehmen auf das Wahrzunehmende geprägt worden. Wollheim benutzt diesen Begriff zur Bezeichnung des "Gedankeninhalts" (S. 20). Kann er ja machen. Aber warum? Warum schreibt er denn nicht einfach "Gedankeninhalt", wenn er Gedankeninhalt meint? Eine Neudefinition von Begriffen sollte doch nur vorgenommen werden, wenn eine Sache damit besser erfasst werden kann. Das aber ist nach meiner Einschätzung bei Wollheim nicht der Fall.

  • Karl-Josef Kluge
    2019-02-27 19:47

    Der Autor vertritt die Richtung der Angewandten Philosophie und beschäftigt sich insofern mit Themen und Phänomenen von Emotionen. Ich finde von ihm zu den untersuchten Fragen wie: Was sind Emotionen eigentlich? Worin unterscheiden sie sich von anderen mentalen Dispositionen wie etwa Überzeugungen und Wünschen? Worin besteht die Rolle einer Emotion, welche Bedeutung hat sie in der Lebensgeschichte eines Einzelnen?Weiterhin werden mir die Entstehungsbedingungen von Emotionen beschrieben, ihre Entstehungsprozesse und die besondere Gruppe der sogenannten moralischen Emotionen (vor allem Scham und Schuldgefühle), die sich auf die Haltungen von Menschen besonders nachdrücklich auswirken. Ich sehe vor mir einen philosophischen Diskurs liegen, der mich reich mit Gedanken „füttert“, überwiegend tiefgründig angelegt ist und von Klarheit und Pragmatik gesteuert wird. Das Buch lädt mich immer wieder neu zum Nachdenken und zur Selbstreflektion ein.